Raubfische

Als Raubfische werden fischfressende Fische bezeichnet. Neben Fischen kommen als Beute auch andere Wassertiere in Betracht, die im Verhältnis zum Fisch relativ groß sind und fliehen können (z. B. Tintenfische, Höhere Krebse und Amphibien, bei kleinen Fischen auch Libellen- und Käferlarven). Die Beute wird gejagt und erlegt. Fische, die ebenfalls Fleischfresser sind, aber kleine oder sehr langsame Beutetiere fressen, welche sie vom Boden auflesen oder als Zooplankton aus dem Wasser filtrieren, werden dagegen Friedfische genannt.

Die bekanntesten und häufigsten Vertreter der Süßwasser-Raubfische sind die Hechte (wissenschaftl. Bezeichnung der Gattung: Esox), Barsche (Ordnung Perciformes; Familie Percidae), Welse (Gattung Silurus) sowie die Forellen (Salmo).Fischabbildungen genehmigt durch Copyright PescArs Kunstverlag GmbH Berlin www.pescars.de

Aale

Aale (Anguilla anguilla) gehören zu den bekanntesten einheimischen Fischarten. Sie sind von schlangenförmiger, am hinteren Körperende seitlich abgeplatteter Gestalt.Rücken-, After- und Schwanzflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum. Der Aal ist je nach Entwicklungsstadium durchscheinend (Glasaal), braun-gelb oder braun-silbrigweiß gefärbt. Die kleinen Schuppen liegen tief in der Haut unter einer dicken Schicht zähen Schleims.

Biotopansprüche und Lebensweise

Aale sind Wanderfische, die bis zur Geschlechtsreife in verschiedensten Küsten- und Binnengewässern leben. Im Winter stellen sie die Nahrungsaufnahme ein und ruhen am Gewässergrund. Am Tag verbergen sie sich bis zum Kopf im Boden oder in dichten Wasserpflanzenbeständen, während sie überwiegend nachts das Versteck verlassen und Nahrung suchen. Diese besteht aus Wirbellosen und Fischen. Nach 5 bis 18 Jahren im Süßwasser verlassen die Aale (Rogner bis zu 6 kg Masse und 1,5 m Länge, Milchner maximal 185 g und 50 cm) ihre Wohngewässer und wandern stromab. Ihr Körper wird silbrig bis kupferfarbig, die Augen vergrößern sich und ohne weitere Nahrungsaufnahme durchqueren sie den Atlantik, um in der Sargassosee (nahe dem Golf von Mexiko) abzulaichen und schließlich zu verenden.

Barsche

Der Barsch (Perca fluviatilis) gehört zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen und ist in fast ganz Europa häufig und weit verbreitet. Flussbarsche kommen an den verschiedensten Standorten in fließenden und stehenden Gewässern vor. Das heißt, man findet sie in stilleren Tümpeln ebenso, wie in den Oberläufen von Bächen, in Flüssen sowie in Teichen und Stauseen. Zur Laichzeit im Frühjahr, meist von April bis Mai, versammeln sie sich zu größeren Schwärmen. Wegen ihres wohlschmeckenden, festen und weißen Fleisches werden die Flussbarsche gern geangelt. Barsch eignet sich gut zum Braten. Sie haben einen Fettgehalt von etwa 0.7-0.9 g/100 g essbaren Anteil. Die Durchschnittsgrößen liegen bei 15 cm bis 30 cm, unter idealen Bedingungen kann er über 50 cm lang und über 3 kg schwer und über 10 Jahre alt werden.

Biotopansprüche und Lebensweise

Der Barsch ist ein euryöker (anpassungsfähiger) Standfisch von stehenden und langsam fließenden Gewässern mit hartem Grund. (Schwarmfisch). Junge Barsche leben meist in Ufernähe und ernähren sich von kleinen Wirbellosen (Würmer, Insekten, Schnecken) sowie von Fischlaich und -brut. Größere Exemplare halten sich bevorzugt in der Freiwasserzone auf und fressen vorwiegend Fische sowie gelegentlich auch Großkrebse. Dabei machen sie auch vor dem eigenen Nachwuchs nicht halt.

Hechte

Der Hecht (Esox lucius) hat einen überwiegend grünlich gefärbten, langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper.Die Rückenflosse ist weit nach hinten versetzt und bildet zusammen mit After- und Schwanzflosse ein kräftiges ‚Ruderblatt‘. Sein entenschnabelförmiges Maul ist mit zahlreichen kräftigen, leicht nach hinten gebogenen Zähnen besetzt. Hechte werden in der Regel bis zu 15 Jahren alt. Sie erreichen dabei eine Länge von rund einem Meter und 10 kg Masse. In Ausnahmefällen können sie bis 1,5 m lang und über 20 kg schwer werden.

Biotopansprüche und Lebensweise

Der Hecht ist ein Lauerräuber, der seine Beute durch rasche Vorstöße aus der Deckung überrascht. Er wagt sich dabei an alle Beutegrößen, die er nur irgendwie bewältigen kann. Hechte halten sich bevorzugt in pflanzen- und strukturreichen Uferbereichen klarer, stehender bzw. langsamfließender Gewässer auf. Ihre Häufigkeit in einem Gewässer wird neben geeigneten Habitaten zur Repduktion entscheidend von der zur Verfügung stehenden Einstandsfläche (Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzen, Röhrichte, überhängende Büsche, Totholz) bestimmt.

Welse

Der Wels (Silurus glanis) hat einen langgestreckten, schuppenlosen, dunkel marmorierten Körper mit einem seitlich abgeplatteten Schwanzteil und einem großen, abgeflachten Kopf. Die Kiefer im breiten Maul sind mit zahlreichen kleinen Hechelzähnen besetzt. Typisch sind die beiden langen Barteln an der Oberlippe und die vier kürzeren an der Unterlippe. Mit einer maximalen Größe von bis zu 2,5 m und 100 kg Masse ist der Wels unser größter heimischer Süßwasserfisch. Welse können bis 80 Jahre alt werden.

Biotopansprüche und Lebensweise

Welse leben am Grund stehender und langsamfließender Gewässer und sind besonders in der Dämmerung und nachts aktiv. Ihr Nahrungsspektrum reicht von Wirbellosen bis hin zu größeren Wirbeltieren, wobei die Hauptnahrung gewöhnlich aus Fischen besteht. Der Wels ruht bei stark eingeschränkter Aktivität im Winter in ruhigen, tiefen Gewässerbereichen. Welse wachsen schnell und erreichen schon nach 2 bis 3 Jahren mit ca. 2 kg Masse die Geschlechtsreife.

Zander

Der Zander (Sander lucioperca) hat einen langgestreckten spindelförmigen Körper. Die Grundfärbung ist ein dunkles Silbergrau mit 8 bis 12 schwarzbraunen Querbinden auf den Flanken. Seine Rückenflosse weist die für Barschartige typische Zweiteilung auf. Das reich bezahnte Maul ist endständig und bis unter die Augen gespalten. Der Zander ist der größte einheimische Percide. Längen von 70 cm und 3 kg Masse sind keine Seltenheit. Maximalwerte von über einem Meter und 10 kg Masse wurden beobachtet.

Biotopansprüche und Lebensweise

Der Zander hält sich bevorzugt bodennah und in der Freiwasserregion großer Fließ- und Standgewässer auf. Er benötigt auch im Sommer sauerstoffreiches Wasser und stellt höhere Anforderungen an die Wasserqualität als der Hecht. Schlammige und weichgründige Gewässerpartien werden gemieden. Zur Beutejagd auf Plötzen, Ukeleis oder Stinte schließt er sich oft in kleinen Trupps zusammen. Dabei orientiert sich der Zander vorwiegend mit Hilfe seines Geruchssinnes. Er kann besonders tiefe oder trübe Gewässer erfolgreich besiedeln. In allen Lebensstadien ist die Beutegröße eng limitiert, größere oder hochrückige Fische können nicht bewältigt werden.